Volleyball, Herren: Auf und Ab beim Heimspiel


Volleyball Landesliga:

Die Ellwanger Landesliga-Volleyballer beendeten am Samstag, 21. Februar, den vergangenen Heimspieltag gegen den SSV Geißelhardt und den MTV Ludwigsburg 2 mit 2 aus möglichen 6 Punkten, befinden sich aber weiterhin auf dem 2. Tabellenplatz mit 4 Punkten Vorsprung auf Platz 3. Gegen die Mannschaft des SSV Geißelhardt fuhren die Virngrundler am Samstag einen 3:2 Sieg ein, während die Mannschaft um Coach Hirschmiller die Punkte des zweiten Spiels an die Mannschaft aus der Barockstadt Ludwigsburg abgeben musste. Hier verlor der TSV das Spiel zwar mit 0:3, die Sätze 1 und 2 verliefen aber denkbar knapp und gingen mit 23:25 und 21:25 an die Ludwigsburger.

herren1_2014Im ersten Spiel des Abends stand dem TSV Ellwangen die Mannschaft des SSV Geißelhardt gegenüber. Die Truppe aus dem Murrhardter Wald befand sich vor dem Spieltag auf Platz 6 und brauchte unbedingt einen Sieg, um Abstand zur Abstiegszone zu gewinnen. Diese Ausgangssituation im Hinterkopf, stellte Trainer Hans-Bernd Hirschmiller seine Mannschaft auf den Gegner ein und forderte ein Höchstmaß an Konzentration. Mit diesem Bewusstsein starteten die Männer um Kapitän Winfried Lingel fokussiert und hellwach in den ersten Satz. Schnell konnte durch eine starke Annahme und ein variables Zuspiel ein sehenswertes Angriffsspiel aufgezogen werden, was schon zu Beginn des Satzes in einer komfortablen Führung mündete. Ein weiterhin starkes Spiel auf Seiten der Ellwanger mit starken Blockspiel und wuchtigen Aufschlägen und Angriffen, führten zum deutlichen Satzgewinn von 25:13 für den TSV Ellwangen.

Was nun in Satz zwei folgte, kommt dem interessierten Zuschauer bereits bekannt vor: Fehlerhafte Abstimmung im Ellwanger Spiel, Unkonzentriertheiten und zu viele leichte Fehler führten dazu, dass die Jungs aus Geißelhardt nach dem deutlich verlorenen ersten Satz nun ins Spiel kamen und Punkt um Punkt davonzogen. Auch eine kurzfristige Besserung im Spiel der Ellwanger, konnte nichts an der Tatsache ändern, dass Satz Nummer 2 verdient mit 18:25 an den SSV Geißelhardt ging.

Eine eindringliche Ansprache des Ellwanger Trainers, mit einem Appell, sich nun wieder auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, sollte die Wendung im Spiel bringen: Zu Beginn des dritten Satzes konnten die Ellwanger diese Vorgabe umsetzen und kamen nun wieder etwas besser ins Spiel. Mitte des dritten Satzes herrschte dann allerdings Schockstarre in der Rundsporthalle. Beim Versuch eines Rückraumangriffes verletzte sich Hauptangreifer Markus Hoffmann so schwer am Sprunggelenk, dass für ihn eine weitere Teilnahme am Spiel unmöglich wurde. Diesen Schock im Kopf und einige verletzungsbedingte Umstellungen im Team machten es den Jungs von der Jagst schwer, in Satz 3 nochmals Fuß zu fassen. So ging auch Satz Nummer 3 knapp mit 22:25 an die Mannschaft aus Geißelhardt.

Nach dem Motto „jetzt erst recht!“ und in Gedanken an ihren verletzten Mannschaftskameraden, der sich zwischenzeitlich auf dem Weg ins Krankenhaus befand, besannen sich die Jungs um Kapitän Winfried Lingel nun auf ihre Stärken. Trainer Hirschmiller entschied sich nun neben Tom Wenczel, Diagonalangreifer Ralph Kieninger auf die Hauptangreiferposition zu setzen, um zu versuchen, den Ausfall von Markus Hoffmann zu kompensieren und dem Ellwanger Spiel wieder die gewohnte Stabilität und Variabilität einzuhauchen. Diese Rochade sollte sich als goldrichtig erweisen: Starke Aufschlagserien von Tom Wenczel und Martin Pfitzer, sowie sehenswerte Angriffe von Ralph Kieninger und eine konsequente, solide Blockarbeit sorgten für einen dominanten Satzverlauf. Diese Rückkehr zu alter Stärke auf Seiten des TSV Ellwangen, sorgte für einen überlegenen Satzgewinn von 25:11.

Im nun folgenden Tie-Break setzten die Ellwanger Landsligavolleyballer ihre solide und konsequente Spielweise fort und konnten schon zu Beginn des Entscheidungssatzes auf bis zu 6 Punkte Vorsprung davonziehen. Mit dem einmal mehr als zahlreich erschienenem Ellwanger Publikum im Rücken spielten die Mannen des TSV nun ihre Stärken aus und gewannen auch den Entscheidungssatz mit 15:12 und somit auch das Spiel mit 3:2.

Das zweite Spiel des Abends wurde als das Spitzenspiel der diesjährigen Landesliga-Saison angekündigt und entsprechend zahlreich erschien auch hier das treue Ellwanger Publikum. Vor mehr als 180 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften ein Duell auf absolutem Spitzenniveau. Durch die Verletzung von Markus Hoffmann im ersten Spiel standen die Vorzeichen für die Jungs aus Ellwangen aber eher schlecht: Die Mannschaft um Trainer Hirschmiller aber schwor sich wieder auf ihre Stärken ein und es wurde der Tenor laut, sich in diesem Spiel so teuer wie nur irgend möglich zu verkaufen. Dies war man zum einen den frenetisch anfeuernden Ellwanger Fans als auch ihrem verletzten Mitspieler schuldig, welcher sich als moralische Stütze und an Krücken mittlerweile wieder zu seinen Mannschaftskameraden gesellt hatte.

So starteten die Ellwanger Jungs also ins Spiel gegen den Tabellenführer. Angestachelt durch die überragende Stimmung auf den Rängen der Rundsporthalle, konnten sich die Virngrundler Punkt für Punkt Sicherheit erspielen, setzten den ein oder anderen krachenden Angriff über Tom Wenczel, Ralph Kieninger und Simon Ziegler und stachen wiederholt sehenswert im Block. Die daraus resultierende knappe Führung, konnte bis zum Stand von 23:23 gehalten werden. Zwei unglückliche Schiedsrichterentscheidungen und daraus resultierende Unsicherheiten im Ellwanger Spiel brachten den Ludwigsbugern den Satzgewinn zum 23:25.

Im zweiten Satz bot sich lange Zeit dasselbe Bild wie in Satz Nummer 1: Sehenswerte Angriffe auf beiden Seiten und spektakuläre Ballwechsel machten das Spiel immer mehr zu einem volleyballerischen Leckerbissen. Zeitweise führte der MTV aus Ludwigsburg, starke Aufschläge und ein aufmerksamer Block-Abwehrverbund ließen die Jungs aus Ellwangen aber wieder aufholen und in Führung gehen. Gegen Ende des Satzes machte dann, neben Abspracheproblemen in der neuformierten Aufstellung des TSV Ellwangen, der an diesem Tag nicht zu stoppende Diagonalangreifer des MTV den Unterschied und Ludwigsburg konnte auch Satz 2 mit 21:25 für sich entscheiden.

Auch in Satz Nummer drei zeigten beide Teams weiterhin ein Spiel auf höchstem Landesliganiveau, welches allerdings den besseren Ausgang für die Barockstädter aus Ludwigsburg haben sollte. Sehenswerte Ballwechsel auf beiden Seiten, aber sich zunehmend einschleichende leichte Fehler auf Seiten der Ellwanger Volleyballer, führten dazu, dass der MTV aus Ludwigsburg seine Führung Punkt für Punkt ausbauen konnte. Das kräftezehrende erste Spiel des Abends in den Knochen und Köpfen trug dann sein Übriges dazu bei und so gingen auch der dritte Satz mit 19:25 und das Spiel mit 0:3 an die Tabellenführer aus Ludwigsburg.

Das Ellwanger Publikum zeigte sich aber trotz der nach Sätzen deutlichen Niederlage begeistert und honorierte die Leistung der Ellwanger Jungs mit langanhaltendem Applaus nach Ende des Spiels.

Auch Trainer Hirschmiller zeigte sich mit dem Ausgang des Spitzenspiels zufrieden. Einen derart hochkarätigen Ausfall als Mannschaft binnen weniger Minuten verkraften zu müssen und trotzdem, oder gerade deswegen mutig und frech aufzuspielen, zeugt von einer zunehmenden Reife und Stabilität, von der vor Beginn der Saison noch niemand zu träumen gewagt hat.
Nun gilt es in den verbleibenden Trainingseinheiten den Fokus auf das Einspielen einer neuformierten Stammsechs zu legen, um dem Ziel des Erreichens der Aufstiegsrelegation einen weiteren Schritt näher zu kommen.

Außerdem hoffen die Mannen um Trainer Hirschmiller auf eine baldige Genesung ihres Mannschaftskameraden und Leistungsträgers Markus Hoffmann!

Die Gelegenheit, diesem Ziel einen weiteren Schritt näher zu kommen, bietet sich den Ellwanger Jungs am Samstag den 07.03.2015 beim Auswärtsspiel gegen den SV Remshalden. Gespielt wird hier um 17:00 Uhr in der EHR-Turnhalle in Remshalden-Grunbach. Die Herren 1 freuen sich schon jetzt über mitreisende Fans und zahlreiche Unterstützung.

TSV Ellwangen: Jannis Hirschmiller, Michael Hirschmiller, Markus Hoffmann, Ralph Kieninger, Karrrle Lingel, Winfried Lingel, Martin Pfitzer, Markus Schimpf, Lenard Schwenk, Tom Wenczel, Simon Ziegler
Trainer: Hans-Bernd Hirschmiller