Chronik: Volleyball


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von Norbert Zeidler

 

“Per aspera ad astra
– Alles hat einen Anfang”
1979 Es waren einmal zwei Brüder, die erfanden zwar nicht das Volleyballspiel, aber sie galten als extrem sportbegeistert. Nachdem ihnen als Leichtathleten die einsamen Fahrten durch den süddeutschen Raum zu aufwändig wurden, begannen sie, sich für das Wochenende einen anderen Zeitvertreib zu suchen – so oder so ähnlich kam die Sportart Volleyball in den bis dato sowohl fuß- oder handballerisch als auch leichtathletisch erschlossenen Virngrund.

Zunächst bei der DJK, dann ab 1979 beim TSV. Grund für diese Absplitterung war der Verzicht auf den Aufstieg trotz Meisterschaft bei der DJK – der Ehrgeiz der beiden Gebrüder Hirschmiller wurde dort offensichtlich völlig unterschätzt.

Man wandte sich an die Vorstandschaft des TSV, mit dem man die Formalitäten abklärte. Mario Flöter übernahm die Abteilungsleitung. Ab Oktober 1979 trafen sich also die Urväter unserer Abteilung. Trainiert wurde Samstag nachmittags mit vom Peutinger-Gymnasium geliehenen Bällen. Pioniergeist und Einfallsreichtum galten also schon damals als eine Stärke der jungen Abteilung. Die erste Chronik berichtete jedoch lediglich von Niederlagen in Trainingsspielen und dem Hinweis eines Trainers, dass man sich ganz schön ins Zeug legen müsse, denn in der C-Klasse würde schon ganz gut Volleyball gespielt.

1980-1985: Erstmals wurde also in der Saison 1980/81 am Rundenbetrieb teilgenommen. Aber von wegen und so, Aufsteiger, 2. Reihe Ball, Läufer, Annahmeriegel und zurückgezogene 6 – da standen sie nun, die 6 Pioniere in der Mittelhofhalle mit Kraft wie Bären, motiviert bis unter die Haarspitzen und noch sehr wenig volleyballerischem Sachverstand. Trotzdem stieg man bis zur Saison 1983/84 Jahr für Jahr von der C-Klasse bis in die Landesliga auf.

Diesen Erfolg hatten zwei Väter – zum einen schauten sich die mittlerweile studierten Gebrüder beim Universitätssport um und konnten dadurch mehr und mehr technische Aspekte und Feinheiten ins Training einfließen lassen – zum anderen kamen immer wieder neue talentierte und begeisterungsfähige, damals auch noch junge Burschen zum TSV, so beispielsweise Rainer Liss.

Hans-Peter Krämer und Harald Abele. In diesem Zusammenhang tauchen sie dann auf diejenigen, die im Hintergrund dieser Abteilung seit über zehn Jahren engagiert sind, die eben schaffen und ohne wenn und aber da sind. Gemeint sind hiermit Leute wie Hariolf Kirsch, Frank Hochländer, Wolfgang Klampt, Alex Knoor, Edwin Vaas, Manne Fischer – mittlerweile können sie sich nicht nur aufgrund ihres Engagements als “Säulen” der Abteilung bezeichnen. Eine besondere Reminiszenz sei an dieser Stelle Rudi Hengster gewidmet, den man sicherlich als die Seele der Abteilung in dieser Zeit bezeichnen darf, der bei Ärger und Unfrieden auch auf unorthodoxe Art und Weise wieder alle an einen Tisch brachte und dessen früher Tod eine tiefe Lücke bei uns allen hinterließ.

Aus kleinsten Anfängen heraus finden immer mehr Leute Interesse und Gefallen an der Sportart Volleyball und darüber hinaus auch an den sonstigen Aktivitäten wie Parties, Weihnachtsfeiern und Altpapiersammlungen. Spontan entschloss man sich zu dem emanzipatorischen Schritt, eine Damenmannschaft zuzulassen, was die Homogenität der Abteilung und auch der Festivitäten erheblich verbessert und ankurbelt. Erstmals ein Volleyballfeld besehen und schon musste sich alles landauf und landab vor den TSV-Mädels fürchten. 1981/82 in die B-Klasse und 1982/83 in die A-Klasse aufgestiegen, so lautete die erste Bilanz der Damen, wobei aus erstgenannter Saison keine der Damen mehr aktiv ist. Andrea Mack, Angelika Köhle und Ingela Simon sind die letzten “Überbleibsel” aus dieser Zeit und bringen ihren riesigen Erfahrungsschatz noch heute in die Arbeit ein.

1985-1988: Insgesamt vier Jahre verschluckte die unselige Landesliga von nun an die erste Herrenmannschaft – Vizemeister werden ist zwar schön und erfolgreich, aber außerdem; “Nächste Saison – Favorit – Orden” mit wenig Annehmlichkeiten verbunden. Mit genau diesem Schicksal hatte die “Erste” drei Jahre zu kämpfen. Dann in der Saison 1987/88 taucht Dr. Dejan Illic auf.” Duce”, wie der aus Jugoslawien stammende neue Coach liebevoll genannt wird – sollte sich als ein Glücksfall für die Abteilung erweisen. Es kam neuer Wind in verstaubte Trainingsmethodik und Spielermuskulatur – ein neuer Leitwolf, eine Führungspersönlichkeit, dem sich die ganze Mannschaft unterstellte, brachte das Flaggschiff der .Abteilung in neue sportliche Dimensionen. In dieser Saison 1987/88 gelang endlich das “Good bye” von der Landesliga.

Parallel dazu setzte die damalige Abteilungsleitung auf das wohl wichtigste “Pferd” – die Jugend. Ein Ingo Klein, Axel Persy oder Ralf Kieninger befinden sich in der Intensivpflege eines Max Krämer und entwickelten sicherlich durch die Zuneigung ihres Trainers eine bis heute anhaltende Liebe zum Volleyballspiel. Das soll heißen – vor sieben Jahren wurde der Grundstein für eine heute erfolgreiche Abteilung gelegt. Mit 14 Teams geht man in die Saison 1987/88. Besonderen Dank für ihr ehrenamtliches Engagement im Jugendbereich haben sich in 15 Jahren Volleyball Hans-Bernd Hirschmiller, Peter Frontzek, Ingo Klein sowie Angelika Köhle, Dorothee Ultsch und Elisabeth Eißmann verdient. Auch Wolfgang Reeb hat sich an dieser Stelle ein ganz besonderes Wort des Dankes verdient, denn ebenfalls seit 15 Jahren ist er Staffelleiter für die Abteilung.

Gleich vier Aufsteiger gab es in der Saison 1988/89. Die erste Herrenmannschaft setzte ihren Triumphmarsch in der Verbandsliga erfolgreich fort, deren Unterbau, die Herren II, sagt “Grüß Gott” in der A-Klasse, ebenso rutschten die beiden Damenteams eine Klasse höher. Da neben den festetablierten Beach-Parties, Altpapiersammlungen, Silvester-Parties, Maiwanderungs-Parties, Sieg- Parties, Niederlagenfeten, Weihnachtswanderungs-Parties, Turnier-Parties vor allem Aufstiegs-Parties einen besonderen Rang einnehmen, wiederholen sowohl die Herren II als auch der Überbau das Kunststück des Vorjahres und marschieren in die Bezirks- bzw. Regionalliga hinauf.

Auch vom Zuschauerzuspruch steht jetzt Volleyball ganz vorne in Gunst der sportinteressierten Ellwanger. Bis zu 250 Zuschauer bestaunen den samstagabendlichen Showdown in der Rundsporthalle. Dank eines bestens präparierten Trainers ( Dr. Illic’s Krawatten -Tunings und Sakko – Ambiente wurden nie wieder auf der Trainerbank auch nur ansatzweise erreicht} , der aus seiner Mannschaft alles herauskitzelt, spielt der TSV mittlerweile im Konzert der baden-württembergischen Großstädte Heidelberg, Freiburg und diverser Mannschaften aus dem Stuttgarter Raum eine nicht zu überhörende Rolle.

“Ellwangen kommt sportlich auf die süddeutsche Landkarte”. Die Kehrseite dieser Medaille sind ein enormer Zeitaufwand, Fahrtstrecken und Kosten für Aktive und Verein. Beruflich stark gefordert, sagt 1991 Dr. Dean IIlic zum Abschied leise “Servus”. Sportlich macht 1992 einmal mehr das eingefleischte Team der Herren II mit einem souveränen Aufstieg in die Landesliga von sich reden.

1992- 1995 Bergauf und bergab. Der Bundespokal des Deutschen Turnerbundes wird erstmals aus Oberursel nach Ellwangen entführt. Trotzdem steigt die I. Herrenmannschaft nach insgesamt sieben verlorenen Tie-Breaks in die Verbandsliga ab, Coach Edmund Kieninger fieberte und litt auf der Bank, wie kaum ein anderer vor ihm mit . Im 13. Jahr ihres Bestehens hat die VolleybaIl-Abteilung erstmals keinen Aufsteiger – “13 für uns offensichtlich keine Glückszahl”.

1996 Das schönste Geschenk zum Vereinsjubiläum bereitet sich die zweite Herrenmannschaft selbst, sie schafft den Aufstieg von der Landesliga in die Verbandsliga.

Im Leistungsbereich wird nach dieser Saison ein Schnitt gemacht – tausche alt gegen jung, Erfahrung gegen Motivation, leicht bis stark ergraut gegen blond gelockt . Hans-Bernd und Volker Hirschmiller, Rainer Liss und Harald Abele gehen nach 13 Jahren Spitzensport ins zweite Glied zurück. Trainingslager im Turnerzentrum Bartholomä, Videoaufzeichnungen und Statistiken begeistern die Schützlinge für den neuen Trainer Jürgen Schwenk. Um fehlende drei Punkte misslang der Aufstieg.

In Eigenleistung wird ein Beach-Volleyballfeld am Kreßbachsee errichtet. Hans-Peter Krämer, Volker Hirschmiller sowie Edmund Kieninger machten sich dabei besonders verdient. Auch beim schönen Geschlecht der Abteilung tut sich einiges. Andreas Niklas übernimmt bei den Damen das Ruder und fortan soll die Richtung wieder in Bezirksliga gehen. 1995 ist es dann soweit. Nach einer Supersaison gelingt das Comeback. So auch bei der ersten Herrenmannschaft: In Personalunion des Trainers und Abteilungsleiters Hans-Peter Krämer gewinnt man 14 Spiele in Serie und hat bereits vier Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft unter Dach und Fach. Mit völlig neuem Gesicht hat die Regionalliga den TSV Ellwangen wieder.

In der II. Mannschaft hingegen hat sich eine Oldie-Truppe formiert, bestehend aus Intellektuellen und Individualisten, die einen sportlichen Unruhestand in der Landesliga wöchentlich exzellent zu feiern wissen.

Das letzte Wort in dieser Chronik sei dem Freizeitbereich gewidmet – der Gedanke Sport nicht immer mit dem ultimativen Siegesgedanken zu betreiben, also in erster Linie mit Spaß an diese Gesellschaftssportart heranzugehen wird dort auf vorbildliche Art und Weise umgesetzt. Diese Truppe stellt aber auch für organisatorische Mithilfe bei nahezu allen Anlässen eine Hilfe, ohne die es in einer großen Abteilung nicht mehr geht. Dies geschieht auf eine ruhige, zuverlässige und bescheidene Art und Weise, die man nur als beispielhaft bezeichnen kann.

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