Chronik: Jazz-Gymnastik und -Tanz


von Klothilde Bolter

Eine neue Bewegungsform

Um 1960 zur Zeit des Rock ‘n’ RolIs, der ja eine bedeutende jugendliche Tanzrevolution darstellt, kamen die ersten Jazz-Dance-Lehrer aus den USA nach Europa. Gymnastik- und Sportlehrerinnen stürzten sich auf diese neue Bewegungsform. Somit entstand im Laufe der Zeit eine Kombination aus Gymnastik und Tanz, die Jazzgymnastik oder der Jazztanz. Sehr schnell fand diese Sportart durch Fortbildungsmaßnahmen auch im Schulsport eine starke Anhängerschaft. Klothilde Bolter und Rose Eiberger konnten schon Anfang der 70er Jahre im Schulsport und in Arbeitsgemeinschaften junge Mädchen für diese Sportart gewinnen.

Wir beim Deutschen Turnfest in Berlin 1987

Um den Mädchen auch ausserhalb der Schule die Vermittlung tänzerischer Elemente und Spaß an dieser neuen Bewegungsform zu ermöglichen, führte Rose Eiberger 1972 Jazzgymnastik als neue Sportart im TSV ein. Kostproben der jungen Gruppe bekam man an Familienabenden zu sehen. Bei der Einweihung der Rundsporthalle wurden die Jazztänzerinnen mit viel Beifall versehen.

1983 übergab Rose Eiberger die Jazztanzgruppe an Susi Bolter, die auf ihren Erfahrungsschatz sowohl aus der Vereinsarbeit als aus der Schulsport-Arbeitsgemeinschaft zurückgreifen konnte. Sie begeisterte mit ihrem Angebot weitere Jugendliche, so dass sie nach kurzer Zeit zwei Gruppen mit jeweils 40 Mädchen zu betreuen hatte. Durch die Teilnahme am Landesturnfest 1984 und am Deutschen Turnfest 1987 in Berlin, wo sie den 2. Platz ertanzten, stellte man sich dem Vergleich mit andern Gruppen. Diese Teilnahme brachte unter anderem auch die Leistungssteigerung. Bei verschiedenen Veranstaltungen war die Jazztanzgruppe ein gefragter Partner.

Vorführgruppe beim Stadtfest 1991

So begeisterten die Mädchen mit ihren Tanzeinlagen bei Familienabenden, Stadtfesten, Sportveranstaltungen, Firmenfeiern, Schulfesten oder im Behindertenheim Rabenhof das Publikum. Ein besonderer Höhepunkt war am 24. Juni 1987 ein Tanzshowabend in der Stadthalle, der ausschließlich von der Tanzabteilung des TSV gemeinsam mit der der DJK für die Öffentlichkeit veranstaltet wurde.

Ein zweieinhalb stündiges Programm mit vielen Höhepunkten fand bei einer vollen Stadthalle und einem fachlich kompetenten Publikum große Anerkennung. Im Jahre 1987 verließen Susi Bolter und weitere Tänzerinnen vielfach aus privaten und beruflichen Gründen Ellwangen. Die Abteilungsleitung übernahm ab diesem Zeitpunkt Klothilde Bolter. Die Schwerpunkte für die folgenden Jahre waren nun eine gezielte Jugendarbeit und Tanzen als Ausgleichssport für Erwachsene zusätzlich zu Show-Auftritten. Weiterhin stellte sich die neu formierte Gruppe dem Wettkampf bei den Turnfesten. Zum Beispiel beim Landesturnfest in Heilbronn 1989 belegten wir den 12. Platz. Aus den eigenen Reihen nahmen Kerstin Bradler und Christa Lutz an der Übungsleiterausbildung in Gymnastik und Tanzteil und legten erfolgreich die Prüfung an der Sportschule in Ruit ab.

Damit war ein Grundstein für qualifizierte Übungsabende gelegt. Kerstin Bradler übernahm ab Januar 1990 die inzwischen entstandene Vorführgruppe, die bei den Verschiedensten Veranstaltungen als Höhepunkt gefragt war. Mit viel Eifer und Training ohne Ferienpause haben sie ihr technisches Können, das Beherrschen der Bewegungskomposition sowie die tänzerische Ausdrucksform geschult .

Bei verschiedenen Festen, Jubiläen, Einweihungsfeiern, Hochzeiten, Highlights waren ihre Tänze beliebt und bewundert. Ab 1990 bot Christo Lutz Jazztanz für jugendliche Anfänger an, das ab 1994 Andrea Frosch übernahm. Evi Veit betreute die jüngsten unserer Abteilung von 1990 bis 1993. Diese Gruppe läuft unter anderem auch als Modell” Kooperation Schule-Verein”. Ab 1993 übernahm Ricke Haas diese Gruppe.

Die Freizeitgruppe, die seit 1990 unter Leitung von Klothilde Bolter besteht, hat einen anderen Stellenwert. Frauen zwischen 25 bis 40 Jahren kommen in die Trainingsstunde als Ausgleich zur täglichen Arbeit. Die Freude am Jazztanz ist dabei ein wesentlicher Teil der Stunde, ebenso spielt der Aspekt der Gesundheit und der Ausgleich dabei eine große Rolle. An der Landesgymnaestrada 1992 nahmen wir mit viel Spaß teil. Wir verweilten drei herrliche Tage in der Donaustadt Ulm und zitterten gemeinsam vor unseren Auftritten.

Freizeitgruppe beim Landesturnfest in Ulm 1992

Die Freizeit und Showgruppe nahmen 1990 und 1991 am Stadtfest mit einem Kaffee- und Kuchenverkaufsstand teil, dabei konnte sie die Bevölkerung gut über ihre Jahresarbeit informieren. Am Bühnenprogramm waren alle vier Gruppen mit Tänzen beteiligt. Um den Zusammenhalt in und zwischen den Gruppen zu pflegen, unternehmen wir gemeinsam verschiedene Aktivitäten. So sind die Nikolaus- oder Weihnachtsfeier ein fester Bestandteil unserer Abteilung. Zudem unternahmen wir manchen Winter eine Skiausfahrt.

Bei 30er und 40er Festen, Hochzeiten wurde nach Herzenslust gedichtet, gesungen und getanzt. Mit großer Begeisterung besuchten wir Musicals in Stuttgart und in München und waren wieder hoch motiviert in den darauffolgenden Trainingsstunden. Der Jazztanz ist somit zu einem wichtigen Bestandteil des TSV geworden, um den es auch in der Zukunft gut bestellt sein wird.

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