Chronik: Zweiter-Weg-Sport


von Anton Brech

 

“Wir”-  Die Aussteiger
Genau genommen begann es am 2. September 1956, nämlich an dem Tag, an dem der damalige Bürgermeister Rothmaier das Waldstadion einweihte. Es ist heute vielfach aus der Erinnerung entschwunden, dass dies eigentlich der erste richtige Sportplatz war, über den Ellwangen verfügte. Der “alte” Sportplatz, auf dem heute das Hariolf-Gymnasium und die Eugen-Bolz-Realsschule stehen, war wegen seiner Beschaffenheit für den “Zweiten-Weg-Sport” nicht geeignet. Damit ist der Teilnehmerkreis des Zweiten-Weg-Sports angeschnitten:

Es war der Personenkreis älter als 35 Jahre, der sich aus dem aktiven Sportgeschehen zurückgezogen hatte, sei es Fußball, sei es Handball oder Leichtathletik, um die drei wesentlichen Zweige sportlicher Betätigung zu nennen, die damals neben Tennis, das aber ausschließlich in der Hand des Tennisclubs lag, in Ellwangen angeboten wurden. So war fortan bei günstigen Witterungsverhältnissen am Sonntagmorgen im Waldstadion ein reges Treiben. Eine Gruppe älterer Herren hatte sich dem damals noch sehr beliebten Faustball verschrieben, ein Teil bewegte sich auf der Aschenbahn, und die damals noch zahlenmäßig kleinste Gruppe spielte Fußball, was selbstverständlich nur bei trockenem Rasen durchgeführt und mit Turnschuhen gestattet war.

Dieser Zweite-Weg-Sport war nicht vereinsgebunden, der TSV in seiner Flexibilität, zeichnete aber für diese erste stadtoffene Sportausübung als federführender Veranstalter. Konstanz erhielt dieser zweite Weg dann, als 1963 durch den Bau der Turnhalle des Peutinger-Gymnasiums möglich geworden war, ganzjährig am Sonntag morgen zusammenzukommen. Dies brachte allerdings auch einen ursprünglich gar nicht beabsichtigten Umschwung: Es wurde nur noch Fußball gespielt und das mit großer Hingabe und Leidenschaft. Ohne wegen der etwas ungewöhnlichen Zeit, Sonntagvormittag, anderen und vor allem aktiven Sportlern Übungsraum wegzunehmen, treffen sich jetzt immer 12 bis 20 gelegentlich auch noch mehr “Herren”, die meisten schon über 50, um dem runden Leder nachzujapsen, sommers gelegentlich noch im Freien, überwiegend aber in der Turnhalle des Peutinger-Gymnasiums.

 

"Wir" als Siegertypen bei einem Hobbyturnier

Die Teilnehmer kommen aus dem ganzen Stadtgebiet. Ein Sommerloch gibt es nicht. Urlauber in den eigenen Reihen werden von Sommercampern am Haselbach und am Sonnenbach ersetzt, die sich in jedem Urlaub darauf freuen, sich hier unter bekannten Gesichtern sportlich betätigen zu können. Da es immer wieder neue edle Spender gibt, die das einzige benötigte Sportgerät, einen Fußball, stiften, fällt diese Sportgruppe dem Verein finanziell nicht zur Last.

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