Chronik: Kinder-Sportschule


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von Hermann Weber

 

“Rasselbande”
In der Kindheit vieler Erwachsener war es kaum üblich, in einen Verein zu gehen, um dort Sport zu treiben. Damals, vor 20 Jahren, wohnten viele Kinder unterschiedlichen Alters in einer Straße oder einem Viertel. Wald, Wiesen und Felder waren schnell erreichbar.

Die Entwicklung der motorischen Grundfähigkeiten wie Laufen, Springen, Hüpfen, Klettern, Schwingen, Schaukeln, Balancieren und Rollen geschah beim Fange- und Versteckspiel, bei verschiedensten Ball- und Hüpf- und vielen andere Spielen, sozusagen als Abfallprodukt dieser Tätigkeiten.

Heute fehlen diese Freiräume und versteckten Winkel, in denen sich die Kinder beschäftigen und austoben können – die Straße als Spielfläche fällt völlig weg. Statt dessen wird zum Kindergarten oder in die Schule gefahren, dort sitzt man in Räumen auf schlechten Stühlen, um nachmittags die freie Zeit vor dem Computer und Fernsehen zuzubringen.

Sicher, von seiten des Außenstehenden gesehen, ein etwas überzeichnetes Bild, aber Studien haben gezeigt , dass Schüler gegenwärtig koordinativ zurückgeblieben sind und die meisten zum Beispiel kaum mehr kontrolliert rückwärts laufen können. Tübinger Wissenschaftler stellten fest, dass Kinder fast nicht mehr werfen können und keinen Klimmzug schaffen. Die Folgen sind Übergewicht, Haltungsschäden, aber auch zunehmende Aggressivität und Gewaltbereitschaft.

Diesem Trend entgegenzuwirken ist zu einer wichtigen Aufgabe in der Bewegungserziehung geworden. Vor allem die Sportvereine, die seit Jahrzehnten die Wichtigkeit des Sports für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen erkannt haben, müssen zur Anpassung an die Folgeerscheinungen der derzeitigen Wohlstandsgesellschaft im Kinder- und Jugendbereich neue Wege gehen.

Seit 1988 hat der TSV neben seinen vielseitigen Sportangeboten für Mutter und Kind sowie Kleinkinder eine neue Sportgruppe unter dem Namen “Kinder-Sport-Schule”, Alex Willier und Hermann Weber waren die Ideengeber. Nachdem der Name “schulmäßig” klingt, wurde diese Gruppe nach einer Idee von Alex Willier mit der für Kinder besser klingenden Bezeichnung “Rasselbande” umbenannt.

Die “Rasselbande” ist dem Alter entsprechend in zwei Gruppen eingeteilt. Von 4-6 und von 6-8 Jahren, Jungen und Mädchen gemischt. Neben der Betreuung durch den Hauptverantwortlichen Dipl.-Sportlehrer Hermann Weber wird jungen Sportlern aus dem Leistungskurs des Peutinger-Gymnasiums als Helfer die Gelegenheit gegeben, erste Erfahrung im Umgang mit Kindern zu sammeln und selbständig Kinder- und Jugendgruppen zu leiten. Somit ist gewährleistet, dass die Kinder in den Übungsstunden bestens betreut werden.

Während der Tätigkeit der Kindersportschule besteht für die Kinder zweimal wöchentlich die Gelegenheit mitzumachen. Montags in der Halle mit Spielen, Laufen und Turnen. Der zweite Termin wird im Ellwanger Hallenbad angeboten, immer während des öffentlichen Badebetriebs von 13 bis 14 Uhr. Der spielerische Umgang mit Wasser macht den Kindern großen Spaß und ohne dass ein regulärer Schwimmkurs durchgeführt wird lernen alle Kinder innerhalb dieses Badespaßes schwimmen. Wobei die Älteren die Möglichkeit haben, die Bedingungen für das Seepferdchen oder für das bronzene Jugendschwimmabzeichen zu erfüllen.

Einmal im Jahr findet dann als Abschluss ein Sportfest für alle Kinder statt. Mit großem Eifer wird gesprintet, gesprungen und geworfen, und es gelingt den Kindern, tolle Ergebnisse zu erzielen. Innerhalb des Festes werden noch Juxwettkämpfe durchgeführt, und mit einer Grillwurst endet dann das Ganze.

Ziel der Kindersportschule ist: Umfassende, sportart-übergreifende und weitgefächerte Sportmöglichkeiten anzubieten, sodass nach selbst erfahrener Eignung, Können und Spaß der Zugang zu einem lebenslangen Sport innerhalb einer Leistungs- oder Freizeitgruppe ermöglicht wird und die Kinder sich aus der Vielfalt des Vereinsangebots das für sie Richtige auswählen können.

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